Unsere Reise im Herbst 2024 gestaltete sich leider etwas anders als erwartet. Wir wollten Korsika erkunden, und zwar hautpsächlich
mit Piccolo und zu Fuss durch Wandern. Aber leider kam es anders als geplant:
Wir hatten nämlich geplant, spätestens nach zwei Wochen den Camping Riva Bella zu verlassen und an einen anderen Ort zu fahren. Das stellt sich aber komplizierter heraus als geplant. Dies aus mehreren Gründen:
Anscheinend wollen die Korsen einfach keine frei stehenden Camper (mehr; schlechte Erfahrungen lassen grüssen!)
Deshalb haben wir uns entschlossen, unseren Aufenthalt hier zu verlängern und bei schönem Wetter mit dem Piccolo die Insel zu erkunden. Dies zumindest bis max. 80km weit vom Platz entfernt. Diese Ausflüge haben wir nachfolgend detailliert aufgeführt.
An den übrigen Tagen geniessen wir das "süsse Nichts-Tun", auch genannt "SBB" -> Sünnele, Bädele, B...
Die letzte Woche ist schnell beschrieben: an den ersten beiden Wochentagen spazieren wir noch einmal über den Campingplatz, welcher ja ziemlich weitläufig ist. Aber wir könnten uns nie
vorstellen, hier im Sommer oder schon nur in der Hochsaison zu sein. Da muss es viel zu viel Betrieb mit zu vielen Menschen haben.
Am frühen Mittwochmorgen fahren wir nach Bastia an den Hafen, nehmen die Fähre und sind im Laufe des Nachmittags in Livorne. Von da fahren wir weiter nach Tortona, wo wir Gustav auf einem freien
Parkplatz hinter dem Bahnhof frei parken können. Am Abend spazieren wir noch gemütlich durch das überraschend schöne Städtchen und geniessen ein italienisches Abendessen in einer kleinen Bar. Die
Nacht ist dann erstaunlich ruhig, und so fahren wir am Donnerstag Vormittag via Mailand, über den Gotthard nach Luzern.
Hier stellen wir Gustav auf den ganzjährig geöffneten Campingplatz Lido und besuchen noch am selben Abend unsere Enkelin - und natürlich auch unseren Sohn und die Schwiegertochter. Freude
herrscht!!!
Am Freitagvormittag besuchen wir noch einmal die kleine Familie und geniessen ein paar Stunden mit unser Enkelin. Dann fahren wir entgültig nach Hause.
Ende unseres Korsika-Abenteuers. Fazit: siehe oben im ersten Abschnitt.
Am Dienstag ist das Wetter tatsächlich nach zwei Wochen fast durchgehendem Regen wieder so wie wir es uns gewünscht haben: Sonne pur den ganzen Tag und angenehme Temperaturen bis 24°C. Deshalb starten wir mit Piccolo nach Süden: unser Ziel heisst Porto-Vecchio.
Dies ist eine Hafenstadt im Südosten der Insel. Die Altstadt wird von den Mauern einer im 16. Jahrhundert erbauten Genueserfestung mit Blick auf den Yachthafen und die ehemaligen Salinen umschlossen. In den engen Gassen der Stadt befinden sich zahlreiche Geschäfte, Bars und Restaurants. Mehrere bekannte Strände sind nördlich und südlich von Porto-Vecchio angesiedelt. Im Sommer ist hier bestimmt "der Bär los", aber jetzt in der Nachsaison ist es ruhig und man kann fast ungestört (von Touristen) die Altstadt, die Zitadelle und das bekannte Tor "Porte Génoise" anschaune, welches der Haupteingang zur geschützten Altstadt war.
Am Freitag ist auch in Korsika Feiertag (Allerheiligen), weshalb wir unseren nächsten Ausflug am Samstag unternehmen: wir fahren nach Norden in die Hafenstadt Bastia. Hier sind wir ja vor fast 3 Wochen angekommen und werden in knapp 2 Wochen wieder die Fähre nach Livorno nehmen.
Bastia ist anscheinend die am wenigsten touristische Stadt von Korsika. Das merken wir sofort weil es in den vielen Bars und Restaurants wirklich fast nur Einheimische hat. Auch in den Läden hören wir nur Französisch und überhaupt nichts "Ausländisches". Schön!
Wir geniessen den Spaziergang auf der Einkaufsstrasse Blvd Paoli, nehmen die Treppe durch eine schmale Gasse zum Alten Hafen, besichtigen dort die "Église Saint Jean-Baptiste" und geniessen die Sonne bei einem Kaffee auf dem Place du Marché - den Wochenmarkt haben wir leider um 2 Stunden verpasst. Anschliessend schlendern wir noch über den Place Saint Nicolas, auf welchem sich anscheinend vor allem im Sommer das Leben abspielt: auf der Westseite sind durchgehend Restaurants, welche auch jetzt noch draussen aufgetischt haben, und im Norden sind einige Jahrmarktbuden am Laufen. Wir stellen uns vor wie es hier im Hochsommer zu und her geht.
Am Montag beschliessen wir - trotz nicht optimaler Wettervorhersage - mit Piccolo einen Ausflug nach Corté zu wagen. Es ist dies die einzige bedeutende Stadt (7500 Einwohner) im Inneren der Insel. Ausserdem war sie von 1755 bis 1769 sogar die Hauptstadt von Korsika. Bekannt ist sie vor allem aufgrund der Zitadelle, welche auch die einzige grössere militärische Festung im Landesinneren ist. Bereits im 9. Jahrhundert wurde der Felsvorsprung befestigt und dann unter verschiedenen Herrschern immer wieder aus- und umgebaut.
Die Stadt ist wie im Süden üblich eng um den Berg gebaut und hat kleine Strassen mit vielen Restaurants und Bars. Es gibt einen kulturellen Rundgang und ein Museum, welches wir aber nicht besuchen. Auf einem kleinen Platz setzen wir uns aber (vorerst) in die Sonne und geniessen je ein Panini mit etwas zu trinken. Später fängt dann auch der Regen wieder an, und auf dem Heimweg regnet es immer wieder leicht. Unangenehm auf dem Roller, aber wir erreichen am Nachmittag wieder den Camping und müssen leider den Rest des Tages auch eher drinnen verbringen. Das Wetter lässt auf dieser Reise wirklich etwas zu Wünschen übrig ...
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind schnell erzählt: ab und zu scheint die Sonne, aber vor allem am Mittwoch regnet es auch immer wieder kurz - sehr unangenehm. Trotzdem geniessen wir jede Minute draussen an der Sonne.
Mittlerweile haben wir auch eine Katze, welche jeden Tag 2 - 3 Mal bei uns vorbeischaut - wir haben sie "Korsi" getauft. Ok, das erste Mal hat sie etwas Fleischkäse von uns bekommen - das hat vermutlich die Hoffnung auf mehr geweckt ...
Am Freitag machen wir während einer Regenpause wieder einmal einen Spaziergang. Auf dem Campinggelände gibt es ein grosses Gehege mit Lamas und Schweinen. Anscheinend hat es auch Wildschweine ausserhalb des Geländes, aber davon haben wir noch keine zu Gesicht gekommen.
Der Samstag sollte eigentlich wieder bedeckt und regnerisch sein. Er entpuppt sich jedoch besser als erwartet. Wir können auch tatsächlich fast den ganzen Tag draussen an der Sonne sitzen und geniessen das auch entsprechend!
Am Sonntag soll es nämlich wieder den ganzen Tag regnen - toll ... :-(
Am Dienstag "geniessen" wir unseren ersten Tag auf dem Camping Riva Bella. Ein Spaziergang über das grosszügige Gelände zeigt uns erstmals, wie schön es hier eigentlich ist. Der Platz ist riesig, und fast leer. Zwei grosse Lagunnen sind voll mit Flamingos, und Kormorane jagen regelmässig Aale, von welchen es in der grösseren Lagune wimmelt. Das Wetter fängt ja gut an: es ist bewölkt, ab und zu ein paar Tropfen, aber wir sind immer noch guter Hoffnung, denn "wenn Engel reisen ... scheint doch die Sonne", oder etwa nicht?
Den Mittwoch und den Donnerstag verbringen wir leider parktisch nur im Gustav: es regnet unaufhörlich und ist damit auch kalt. Die Wellen im Meer sind gut ein Meter hoch, weshalb auch das Bad im Mittelmeer bei angenehmen 20°C keine Alternative ist.
Zum Glück hat es auf dem Platz eine Sauna, welche jeweils von 16.00 - 20.00 h für die Gäste angeheizt wird. Sehr angenehm, vor allem mit Blick auf das Meer, in welchem man sich nach der ersten Runde abkühlen kann.
Am Freitag scheint endlich mal wieder die Sonne und wir machen zusammen mit Fähndrichs einen Spaziergang zu einem Turm am Meer "Tour de Diana". Die Gegend ist fast menschenleer und wunderschön.
Am Samstag regnet es wieder ....
Aber am Sonntag scheint erstmals wieder den ganzen Tag die Sonne. Deshalb können wir endlich Piccolo für eine kleine Ausfahrt herrichten. Wir fahren ins nahe gelegene Aléria und machen dort einen ausgiebigen Spaziergang am Strand. Es fällt auf, dass der (geschlossene!) benachbarte Campingplatz leider bereits nach 3 Wochen etwas zerfallen aussieht. Auch der Strand ist vielerorts mit Treibholz übersäht. Es sieht fast so aus als hätten sie hier in den letzten Wochen Sturmfluten gehabt.
Am Samstag geht endlich wieder los: Gustav ist gepackt und randvoll mit Diesel, Nahrungsmitteln, Kleidern und natürlich (alkoholischen) Getränken. Kurz vor Mittag fahren wir los und tanken zuerst in Lustenau auf. Klar, der Diesel ist hier massiv günstiger und bei 300 Litern lohnt sich der kleine Umweg schon. Vor allem bekommen wir da immer noch einen Kaffee nach dem Tanken ;-)
Danach fahren wir weiter das Rheintal hoch und wieder einmal über den San Bernandino. Ohne Stau kommen wir im Tessin an und beschliessen deshalb, noch etwas weiter zu fahren bis in die Region von Como. Da gibt es einen Stellplatz mit weiteren Parkmöglichkeiten, welchen wir direkt anfahren. Bei der Ankunft um 16.30 h sind jedoch beim offiziellen Stellplatz bereits alle Plätze besetzt. Und auch die beiden grossen Plätze rundherum füllen sich im Minutentakt. Werner, ein freundlicher Deutscher, meint, dass die ganze Umgebung bis in 3 Stunden komplett vollgeparkt sein wird. Letzte Nacht hätten aber mehrere Camper auf der Wiese gleich neben dem Stellplatz übernachtet. Diese ist zwar nass, aber mit Allrad sollte das schon klappen. Gesagt - getan: wir fahren rein - und bleiben stecken. Die Wiese ist so nass und weich, dass wir mit unseren 11 Tonnen keine Chance haben, wieder selbst raus zu fahren. Luft ablassen, Sandbleche darunter, Vor- und Rückwärts Schaukeln, ... alles hilft nichts. Wir sind gezwungen, einen offiziellen Abschleppdienst für LKW anzurufen, welcher mit einem grossen und vor allem schweren 4-Achser-Kranwagen kommt und uns wieder rauszieht. Das hat aber bis 20.00h gedauert und war die grosse Show am Stellplatz. Aber jetzt steht Gustav wieder auf solidem Boden und wir können uns endlich "in" die Kabine begeben, etwas essen und dann zur Ruhe legen.
Am Sonntag stehen wir früh auf und frühstücken erstmals ausgiebig. Dann reinigen wir Gustav aussen (Roland) und innen (Brigitte) und fahren schon vor 09.00 h ab. Auf dem Parkplatz bei McDonalds pumpen wir noch die Reifen auf Autobahn-Druck und dann geht es los Richtung Süden.
Die Fahrt verläuft problemlos, keine Staus (klar: Sonntag - keine LKWs) um Mailand, dann die A1-Autostada del Sole bis Parma, dann nach Westen bis La Spezia und dem Meer entlang bis Pisa. Hier haben wir am Stellplatz der Marina di Pisa mit unseren Freunden Daniel und Mirjam Fähndrich abgemacht. Sie stehen auch schon da als wir kurz nach 15.00h ankommen.
Nach einem Spaziergang druch Marina di Pisa und auf der Mole am Hafen entlang verkriechen wir uns müde im Gustav. Zu Essen gibt es "Gemüse-Pasta" und zur Feier des Tages öffenen wir einen guten Murua, Rioja del Duero. Prost - und später: gute Nacht.
Am Montagvormittag geniessen wir gemütlich das Frühstück, bevor wir wieder einpacken. Denn vor der Fähre möchten wir noch im Lidl in Pisa einkaufen gehen. Dafür fahren wir zurück nach Pisa finden anschliessend auch den Hafen von Livorno nach kurzer Suche. Unsere Navis sind sich da nicht immer einig mit den Beschriftungen auf der Strasse ;-).
Auf der breiten (4-spurig!) Zufahrtsstrasse zum Fährhafen überholt uns dann ein weisser Audi A3 mit italienischem Kennzeichen. Vor uns schert er ein und verlangsamt dann - anscheinend sucht er etwas ... - damit wir wieder überholen müssen. Als wir auf seiner Höhe sind gibt es auf der Beifahrerseite einen Knall und der Audi hupt uns an: sein Rückspiegel auf der Fahrerseite ist nach vorne geklappt und er möchte uns zeigen, dass wir ihn beim Überholen berührt hätten. Aber wir kennen den Trick und halten natürlich nicht an. Ich mache ihm das auch mit Handzeigen unmissverständlich klar. Kurz darauf dreht er wieder um, weil er bei uns mit diesem Trick nicht zum Ziel kommt. Ein paar 100 m weiter kommen uns Daniel und Mirjam Fähndrich entgegen. Beim Kreuzen halten wir kurz an und sie sagen, die Hafeneinfahrt sei noch geschlossen; wir müssen weiter zurück parken und eine Stunde warten. Ich erwähne noch, dass wir soeben einen Anschlag auf uns mittels "Rückspiegeltrick" vereitelt hätten, er soll aufpassen.
Kurz darauf stehen wir auch an der Hafeneinfahrt und werden abgewiesen. "Kommt in einer Stunde wieder!". Also fahren wir zurück zum erwähnten Parkplatz und stellen uns neben den MAN von Daniel. Dabei erwähnen sie als erstes, dass es der weisse Audi A3 bei ihnen auch versucht habe, aber keine Chance!
Eine Stunde später können wir dann in den Hafen einfahren und müssen leider das übliche Fährhafen-Chaos erdulden. Da die Fähre anscheinend überhaupt nich voll ist geht es mit dem "Puff", aber eine gute Organisation wäre etwas anderes.
Auf der Fähre finden wir einen Tisch direkt am Fenster und die 5 Stunden gehen mit Reden, Lesen, Spielen und Kaffee Trinken rasch vorbei.
In Bastia angekommen wollen wir sofort nach Süden fahren, aber ein Stadttunnel ist geschlossen. Und die Korsen schaffen es leider nicht, eine Umleitung durch die Stadt auzuschildern. Deshalb verfahren wir uns noch in eine enge Gasse, aber alles halb so schlimm: nach dem Wenden finden wir die richtige Strasse und kommen gegen 23.00 h im gebuchten Camping Riva Bella 10 km nörlich von Aléria an.