Mitte Oktober 2025 ging es wieder los, und zwar erneut mit Gustine: wir wollten Süditalien erkunden, genauer: Apulien war unser Ziel. Auf dem Weg dorthin machten wir wie üblich einen Halt in Luzern bei unserer Enkelin und ihrem Personal (Sohn und Schwiegertochter ;-) ). Danach wollten wir uns ein paar Tage gemütlich Zeit nehmen für die Fahrt nach Süditalien. Es ging über den Gotthard, durch die Po-Ebene, die Toscana, und immer weiter nach Süden. Hier seht ihr was wir dabei alles erlebt haben. Wie üblich in einem Reiseblog geht es von unten nach oben.


24. - 26. Nov - zurück in die Schweiz, und nach Hause

 

Am Montagmorgen erwachen wir hinter dem Friedhof, und wie jedes mal haben wir erstaunlich gut geschlafen. Kunststück, wird jeder sagen, bei so ruhigen Nachbarn ;-) Es ist aber nach wie vor sehr kalt und regnet auch teilweise. Nach dem Frühstück fahren wir los Richtung Norden und wollen zumindest in die Schweiz gelangen, je nachdem noch etwas weiter. Alles läuft gut, wenig Verkehr, deshalb sind wir bereits kurz nach Mittag im Urnerland. Hier kommt zum ersten Mal heute die Sonne raus und wir sehen sogar blauen Himmel. Aber sobald wir durch den Seelisbergtunnel sind regnet es wieder in Strömen und der Himmel ist nebelverhangen. Traurig. Deshalb beschliessen wir, etwas fröhlicheres zu machen und meine Schwester zum Geburtstag zu überraschen. Wir stellen Gustine auf den schrägen Besucherparkplatz vor dem Haus, klingeln und halten eine Proseccoflasche an die Kamera. Trotzdem wird geöffnet und: Freude herrscht. im Laufe des Abends kommen dann noch ein paar Kinder und Enkel, und es ist auch mal gemütlich, inmitten einer grossen Familie zu sitzen. Wir übernachten ein paar Strassen weiter auf einem öffentlichen Parkplatz. Es ist zwar etwas schräg, aber für eine Nacht geht es gut.

Am Dienstag fahren wir am frühen Morgen los nach Luzern, denn die Rezeption in unserem "Stamm-Camping" ist nur von 8-10h geöffnet. Kurz vor 09.00 h sind wir schon da, erhalten einen tollen Platz und gönnen uns zuerst mal eine ausgiebige heisse Dusche. Danach wird gemütlich gefrühstück. Am Nachmittag dürfen wir dann unsere Enkelin in der Kita abholen und geniessen einen schönen Abend mit unserer Familie.

Am Mittwoch holen wir Asi und Hans in Triengen ab, denn sie haben am Bodensee ein Wohnmobil gekauft. Da sie an unserem Heimweg wohnen können wir uns gleich für den gestrigen Abend bedanken und nehmen die beiden mit. Sie können es kaum erwarten, ihr neues Heim auf Rädern in Empfang zu nehmen. Aber das ist dann eine andere Geschichte ...

Am Mittwochmittag erreichen wir gesund und munter wieder unser Heim. Schön war's in Italien, und: wir kommen wieder! 


17. - 23. Nov - Bari, Toscana mit Florenz, Apennin

 

Am Montagmorgen wollen wir definitiv nach Bari, denn das Wetter sollte nicht mehr so toll werden, deshalb ist ein Stadtbummel gerade das Richtige. Wir fahren zu einem Parkplatz mitten in der Stadt, welcher 24 Stunden bewacht ist. Da stehen neben vielen Autos ein paar Wohnmobile, halt Tür an Tür. Aber so ist es in Städten nun mal. Wir parken ein und machen uns sofort zu Fuss an den Strand (ca. 300m) und dann immer dem Meer entlang bis zum historischen Zentrum. Das sind knapp 2 km, also problemlos zu machen in einer halben Stunde. Das Wetter ist auch angenehmer als erwartet. Auf der grossen Piazza del Ferrarese haben wir grosse Lust auf einen Cappuccino. Deshalb steuern wir eines der schönen Lokale mit Tischen auf dem Platz an. Die Dame kommt sofort und wir erhalten den gewünschten Kaffee. Beim Bezahlen realisieren wir aber, dass sie doch nicht so freundlich ist, weil sie uns belehrt, dass wir halt zur Schule gehen sollten um richtig Italienisch zu lernen. Sie hätte gesagt, dass für das Frühstück nur Cash gilt. Das stimmt definitiv nicht, ausserdem hat sie noch 1 Euro pro Person für das Coperto verlangt - für 2 Cappuccinos. Macht total 11 Euro .... Wahnsinn! Ich habe darauf beharrt, dass wir kein Bargeld haben und mit Schimpf und Schande hat sie dann das Kartenlesegerät hervorgeholt. Selber schuld!

Wir lassen uns aber unsere Freude nicht verderben und spazieren kreuz und quer durch die historische Altstadt. Hier wird noch gelebt, und überall sehen wir Menschen die Wäsche aufhängen, den Platz vor dem Eingang reinigen (Strasse!), einfach auf dem Balkon sitzen und uns zuwinken, etc. Einfach schön, wir fühlen uns richtig wohl. Um die Mittagszeit sehen wir einen kleinen Bäcker in einer Gasse und es stehen mehrere Leute an. Also machen wir dasselbe. Er macht frische Focaccia, wovon wir direkt ein ganzes Teil nehmen. Er legt uns noch ein weiteres Viertel darauf, welches halt schon ein paar Minuten auf dem Tresen war. Das ganze für 5 Euro - und wir haben gegessen. Sehr lecker! Im Laufe des Nachmittags haben wir Lust auf einen Apéro, also setzen wir uns in eine kleine Bar und bestellen ein Bier und ein Glas Weisswein. Es ist kurzweilig und wir beobachten eine Gruppe junge Mädchen, die zusammen tratschen und sich in den Handys irgendwelche Filmchen zeigen. Schön. Dann bestellen wir noch 2 Espressi Macchiati und ich bezahle für alles zusammen: wieder 11 Euro - aber mit dem Unterschied, dass wir hier völlig zufrieden sind.

Gegen Abend flanieren wir dann noch durch die Einkaufsstrasse Via Sparando, bei welcher um 17.00 h die schon fast kitschige Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet wird. Trotzdem ist Bari für uns ein tolles Erlebnis und wir sind froh, dass wir schon heute Nachmittag hier sind.

Am Dienstag ist dann das Wetter wie erwartet völlig versch...., d.h. es regnet praktisch nur ein Mal - den ganzen Tag. Deshalb beschliessen wir, einen Fahrtag einzulegen und fahren praktisch den ganzen Tag bis nach San Feliciano, wo wir noch einmal den gratis Stellplatz am See aufsuchen. Von hier ist es dann am nächsten Tag nur noch ca. 85 km oder etwas mehr als eine Stunde nach Florenz - da wollen wir nämlich hin.

Am Mittwochmorgen fahren wir deshalb schon relativ früh los, denn wir möchten unbedingt einen Platz auf dem Parkplatz in der Via del Gelsomino in Florenz ergattern. Die Vorsicht erweist sich jedoch also unnötig: als wir gegen 11.00 h dort ankommen sind nur 6 Wohnmobile da, und es hat sicher Platz für 15 Fahrzeuge. Also kein Problem. Erneut ziehen wir uns warm an und es geht ab in die Stadt Florenz. Wir sind erneut nur ca. 2km vom Ponte Vecchio entfernt und verzichten deshalb auf den Bus. Der Weg führt uns zuerst eine Gallerie hinunter zu einem Stadttor, dann quer durch das Pitti-Quartier zum Arno. Hier sind immer mehr Menschen, spricht: Touristen unterwegs. Aber im Sommer muss das ja der Wahnsinn sein. Aber schön: alles ist offen, viele Bars und Cafés haben rausgestuhlt, und das Leben brummt. Wir wandern erneut kreuz und quer durch den historischen Stadtkern, besichtigen Kirchen und Palazzi, bestaunen Fresken und Statuen, und verweilen auf Plätzen, welche teilweise sogar voller Verkaufsstände sind. Seltsamerweise sieht man Dutzende von Lederwaren-Verkaufsständen. In einer Strasse rund um den permanenten Markt sind sogar nur solche Geschäfte. Dass sich das für alle lohnt, ein Rätsel. Irgendwo essen wir eine Kleinigkeit, dann beschliessen wir, dass wir für den nächsten Tag Karten für das bekannte Museum "Uffizi" kaufen möchten. Aber online klappt es leider nicht, und am Schalter teilen Sie uns mit, dass sie nur Tickets für den selben Tag verkaufen. Es können pro 15 Min max. 180 Personen in das Museum rein. Aber im Moment sei das kein Problem und wenn wir am Donnerstagvormittag kommen, dann sollten wir relativ schnell Einlass finden. Gegen Abend beschliessen wir, in der Stadt zu bleiben und hier etwas zu essen. Wir lieben die Italienische Küche, weshalb es dazu für keinen von uns grosse Überredungskünste braucht. Danach geniessen wir noch etwas die Weihnachtsbeleuchtung und spazieren dann gemütlich zurück zum Stellplatz.

Wir schlafen erstaunlich gut, obwohl wir mitten in der Stadt sind. Am Donnerstag laufen wir direkt nach dem Frühstück - also so gegen 10.00h wieder hinunter ins Zentrum und besuchen zuerst den Ticketschalter. Wir können direkt um 10.45h ins Museum und "geniessen" während fast 3 Stunden Hunderte von Statuen, Bildern, Dutzende von tollen Sälen, lange Gänge, etc. Doch irgendwann haben wir genug. Wir spazieren wieder durch schmale Gassen und kaufen bei einem kleinen Laden ein Panino. Danach spazieren wir zurück über den Arno und hinauf zur Piazza Michelangelo. Von hier hat man eine tolle Aussicht über die Altstadt. Schade, dass es bewölkt ist, denn die Krümel-Bande hat uns von diesem Platz vorgeschwärmt. Von da laufen wir wieder zurück zum Stellplatz und wissen beide, weshalb uns am Abend die Beine etwas schmerzen ...

Am Freitag entscheiden wir kurzfristig, dass wir noch einmal etwas nach Südwesten fahren. Das Team Puffy mit Wolfgang und Karin sind nämlich dort und diese 45 km sind absolut kein Grund, um sich nicht noch einmal zu treffen. Gesagt, getang. Wir fahren dort auf den Friedhof und feiern Wiedersehen. Danach machen wir eine tolle Wanderung dem Sentierelsa Trail entlang. Das sind ca. 3 km dem Fluss entlang, mit mehreren Überquerungen, welche aber alle mehr oder weniger ohne nasse Füsse schaffen. Leider gibt es kein "angeschriebenes Haus" am Ende des Trails, weshalb wir halt durstig wieder den selben Weg zurück gehen. Wir setzen uns dafür im Twin zusammen und geniessen Kaffee,  Kuchen, Apfelecken, gute Gespräche, .... dann wird entschieden, dass Brigitte etwas mehr kocht und wir geniessen weiter: Pasta mit Tomatensauce und Fleischbällchen, Wein, weiteres Schnacken, dann kommen noch so "scharfe Getränke" aus der Bar von Wolfgang ... der Abend vergeht schnell und kurzweilig, und wir sinken alle in die Betten - doch vorher müssen wir noch etwas heizen. Denn die Temperaturen sind mittlerweile nahe beim Gefrierpunkt angelangt.

Am Samstagmorgen verabschieden wir uns vom Team Puffy und wir fahren tiefer in die Toscana, nach Barga. Dort finden wir einen Stellplatz auf einer Cantina de Vino, und nehmen um 16.00 h an einer Verkostung teil. Es sind nur 3 Paare, aber der Abend wird je länger desto lustiger. Mehrere Weine werden zum Probieren gegeben, mehrere kleine Häppchen kommen dazu, und je länger der Abend, desto fröhlicher die Gäste. Auf alle Fälle fallen alle gegen 23.00h leicht beschwipst ins Bett.

Am Sonntagmorgen sind die Temperaturen tatsächlich auf ca. -3°C gefallen und es hat Rauhreif auf der Wiese. Wir geniessen zuerst eine heisse Dusche, dann das Frühstück und verabschieden uns danach von Hendrik und Katrin. Die möchten an den Gardasee. Wir machen einen Spaziergang durch das schöne Dorf und staunen ein Mal mehr: keine 10'000 Einwohner, aber 4 grosse Kirchen.

Danach möchten wir weiter nach Norden fahren, aber nicht über die Autobahn, sondern durch den Nationalpark Toskanisch-Emilianischer Apennin. Wir waren uns nicht bewusst, dass das ein Pass beinhaltet, welcher auf über 1500 müM geht. Tief verschneite Landschaft und kalte Temperaturen sind das Resultat. Aber wir kommen wohlbehalten in Guardamiglia an, wo wir einmal mehr auf unserem "Stammparkplatz am Friedhof" übernachten werden.

 


10. - 16. Nov - Ionisches Meer - nach Norden bis Matera

 

Am Montag nehmen wir nach dem gemütlichen Frühstück um 11.00 h den Campingshuttle in die Stadt Santa Maria di Leuca. Wir werden östlich der Stadt auf dem Hügel gleich beim Leuchtturm abgesetzt. Hier ist auch ein bekanntes Kloster mit einer Kirche, welche durch Papst Benedict besucht wurde. Im Vorraum sind davon etliche Fotos aufgehängt. Beeindruckend ist auch der Blick auf die südlichste Spitze Apuliens: hier kommen die Adria und das Ionische Meer zusammen. Ok, es ist nicht das Kap der guten Hoffnung in Südafrika, aber für die Region schon speziell.

Wir nehmen die steile Treppe, welche dem imaginären Wasserfall nach unten bis zum Hafen folgt. Hier sind sie noch überall daran, die Absperrungen und Sicherheitszäune vom Autorennen wegzuräumen, welches am Wochenende stattgefunden hat. Gut waren wir gestern nicht hier. Jetzt ist es ruhig, fast zu ruhig. Wir erfahren, dass in der "Stadt" nur ca. 500 Personen permanent wohnen. Alles andere sind Ferienhäuser von Italienern, welche im Landesinnern und/oder weiter im Norden zuhause sind. Deshalb ist auch nichts offen, ausser einer zweiten Kirche. Diese gefällt uns aber nicht so, denn sie ist ziemlich dunkel und düster. Den Nachmittag verbringen wir wieder auf dem Campingplatz, wo mittlerweile nur noch ein weiteres Womo neben uns steht.

Am Dienstag fahren wir weiter der Westküste enlang nach Norden. Der Plan ist, den freien Stellplatz am Strand von San Isidoro zu suchen - und das klappt auch. Wir stehen ganz alleine, es ist schönes Wetter, ich nehme sogar noch ein Bad im Meer, wir genehmigen uns einen Apéro am Strand, was will Mann und Frau mehr?

Am Mittwochmorgen besuchen wir noch den Torré von San Isidoro, aber leider ist der nicht begehbar. Und das Dorf ist so geschlossen wie alles andere hier. Deshalb fahren wir ziemlich direkt nach Norden ins Innere und besuchen ein Agriturismo in Francavilla, welches von Ute (DE) und Mario (IT) geführt wird. Hier verbringen wir den Nachmittag wieder draussen an der Sonne. Man muss jeden Sonnenstrahl nehmen und aufsaugen, wenn man das im November noch kann.

Am Donnerstag möchten wir mit den Fahrrädern in eine nahe Kleinstadt. Es stehen Francavilla oder Ceglie Messapica zur Auswahl. Mario, unser Gastgeber meint, wir sollen nach Norden, nach Ceglie fahren. Das sei für uns interessanter als Francavilla. Gesagt - getan. Wir fahren mit unseren Bikes auf Nebenstrassen die knapp 15 km nach Norden. Es fällt auf, dass es hier viele grosse Olivenhaine gibt, welche ausnahmslos grosse uns sehr alte Bäume aufweisen. Spannend, denn wir haben bis jetzt gedacht, dass ab einem gewissen Alter der Ertrag kleiner wird. Gemäss Mario ist es aber so, dass bei sehr alten Bäume ein qualitativ sehr hochstehendes Öl gewonnen werden kann. Deshalb gibt es in dieser Region sehr viele alte Bäume. Ok, schon wieder etwas gelernt. Das Dorf ist dann ähnlich wie andere, keine Touristen, praktisch nur Einheimische. Bei einem Cappuccino treffen wir noch ein Ehepaar aus dem Berner Oberland. Sie sind seit 3 Jahren permanent hier, weil die Frau aus dieser Region stammt. Beim Gespräch erfahren wir weitere interessante Aspekte über den Alltag der (Süd-)Italiener. Zum Beispiel gibt es seit kurzem ein Gesetzt, dass Handygebrauch beim Autofahren streng verboten ist und mit bis EUR 1700.- gebüsst werden sollte - aber wer soll das büssen? Die Polizisten sind ja diejenigen, welche am meisten mit Handys am Ohr fahren, und bei 50 km/h Begrenzung mit 80 und mehr bei doppelter Sicherheitslinie überholen .... ??? Oder bei Littering drohen ebenfalls Bussen bis EUR 10'000.- .... aber wer soll das büssen? Im Süden anscheinend niemand.

Am Freitag entscheiden wir kurzfristig, dass wir den schönen Tag noch vor Ort verbringen und die Sonne geniessen wollen. Es ist hier so schön, ruhig, gemütlich, und wir haben alles was wir brauchen. Aber morgen Samstag soll das Wetter schlechter werden. Und wieder: gesagt - getan. Wir geniessen den Freitag beim Lesen, Apéri-Apérö, Nichts-Tun, ...

Am Samstag fahren wir dann tatsächlich weiter. Als erstes bis nach Massafra, wo wir wieder einmal im Lidl einkaufen müssen. Dann geht es weiter bis kurz vor Matera, wo wir einen tollen Stellplatz auf einer ehemaligen Go-Cart Bahn anfahren. Gian-Franco heisst der freundliche Gastgeber, und er begrüsst uns in mehreren Sprachen. Wir sehen auch gleich, dass einerseits die Weggli-on-Tour Crew Monique und Tom hier stehen, und auch unserer Zürcher Freunde Sergio und Susi sind auf der Cart-Piste. Deshalb stellen wir uns gleich vor ihr Womo. Gian-Franco bietet uns noch an, am selben Nachmittag noch mit den anderen Schweizern auf einen nahen Hügel zu fahren wo wir eine tolle Aussicht auf die Altstadt von Matera haben. Das und der Transport am nächsten Tag in die Stadt sei natürlich alles im Preis inbegriffen. Super, das hören wir gerne.

Am Sonntagmorgen fahren Weggli und Zanettis weiter, und wir nehmen den Shuttle in die Stadt Matera. Und hier sind wir wirklich beeindruckt. Es handelt sich ja anscheinend um eine der ältesten Städte von Europa, und während Jahrhunderten hausten die Menschen in ausgebauten Höhlenwohnungen. Je länger diese bewohnt waren, desto mehr wurden sie ausgebaut, in den letzten 1000 Jahren dann auch mit Mörtel und Steinen, aber so wie es aussieht ohne genauen Plan. Deshalb kleben die Häuser nun in einem scheinbar wilden Durcheinander am Fels, welcher manchmal noch teil der untersten Gebäude ist. Ausserdem ist es erstaunlich, dass es in der Stadt mit ca. 60'000 Einwohnern immer ncoh 14 aktive offene Kirchen gibt. Seltsamerweise kommt die Kirche auch heute noch an genug Geld um solche pompöse Gebäude zu finanzieren ... Vermutlich ist heute Sonntag auch ein Kreuzfahrtschiff in Bari, denn wir sehen mehrere grosse Gruppen mit jeweils einem eigenen Führer, welche auf Italienisch, Englisch, Deutsch oder eine asiatische Sprache die Besonderheiten der Stadt erklären. Ausserdem findet noch ein Filmfestival statt, bei welchem anscheinend ein chinesischer Autohersteller Sponsor ist, auf einem der grösseren Plätze sind ein gutes Dutzend Stände als Flohmarkt aufgestellt, und die meisten Cafés, Bars und Osterias haben draussen aufgetischt. In dieser Stadt ist wirklich etwas los. Toll!


03. - 09. Nov - "Trulli" - Lecce

 

Am Montagmorgen sind wir fast die einzigen im Wohnmobil, welche noch auf dem tollen Stellplatz auf der Klippe von Polignano stehen. Aber das wissen wir ja: die Italiener kommen mit ihren Womos jeweils nur für das Wochenende an solche Plätze - und sind am Sonntagabend wieder weg. Wir machen uns nach dem Frühstück zu Fuss auf in das Städtchen Polignano. Dabei sind wir einmal mehr überrascht, wie hier noch alles lebt: Cafés sind offen, ebenso wie Bars und Osterias (Tavernen). Auch mehrere Läden mit Kleidern oder anderen Gebrauchsgegenständen sind am Montag geöffnet. Brigitte findet dann tatsächlich bei Marilù im "Exclusive Fashion" ein tolles Kleid für Silvester. Freunde: lasst euch überraschen wie sie auf dem roten Teppich vom AT aussehen wird.

Wir spazieren kreuz und quer durch die kleine Stadt, machen einen Abstecher an den Strand, bewundern die Statue von Domenico Modugno - wer ihn nicht kennt: er hat im Jahre 1958 seinen ersten grossen Hit "Volare - nel blu, di pinto di blu" gehabt. Diesem folgten dann noch weitere, aber nicht mehr so erfolgreiche Titel wie die Première. Einzig "Ciao, ciao bimbina" wurde nochmals ein weltweiter Erfolg. Der Sänger wurde 1928 in Polignano geboren und hat deshalb auch eine eigene Gedenkstätte mit Statue hier am Strand.

Den Nachmittag verbringen wir dann noch lesend vor unserer Gustine. Man kann ja nicht den ganzen Tag herumrennen ;-)

Am Dienstag fahren wir weiter nach Alberobello, dem bekanntesten Zentrum der Trullikultur. Bei dieser sind die kleinen Häuser, welche am meisten auffallen. Ursprünglich waren das Hirtenhütten, welche auf den Feldern gebaut wurden, damit die Hirten in der Nähe des Viehs waren. Da diese nicht als Wohnbauten zählten wurden sie nicht besteuert. Diesen Trick haben sich findige Bauherren zu Nutze gemacht und einfach mehrere solcher Häuser aneinander gebaut, um im Innern genug Platz für grössere Räume zu erhalten. Dadurch konnten die Häuser steuerfrei erstellt werden. Böse Zungen behaupten, dass es heute noch so ist in Apulien ...

Mitten in der Stadt gibt es einen tollen Parkplatz, welcher auch für Wohnmobile geeignet ist. Er hat sogar Strom und Ent-/Versorgung. Und man geht nur 200m und ist am Anfang der Promenade und des historischen Zentrums. Perfekt.

Am Mittwoch wollen wir weiter nach Süden und versuchen es an mehreren Strand-Stellplätzen. Aber entweder sind jetzt Schranken beim Eingang zum Gelände, oder es weht ein so starker Wind, dass wir abbrechen und den Stellplatz von Vito in Villanova aufsuchen. Hier gibt es für €18.- einen Stellplatz mit Strom (ok, nur 2A, aber das reicht uns), Duschen, Toiletten, V/E und Trinkwasser. Ausserdem bekommen wir noch eine Flasche des eigenen Weins, welchen wir direkt am Abend "vernichten". Er schmeckt uns so gut, dass wir am nächsten Tag gleich noch 2 weitere Flaschen davon kaufen, für jeweils nur € 4.- Wirklich preis-wert. Den Nachmittag verbringen wir noch draussen, aber gegen Abend wird es kühl. Deshalb verlegen wir unsere "Aktivitäten" schon bald nach drinnen.

Am Donnerstag fahren wir mit den Bikes nach Ostunia, der soganannten "weissen Stadt". Sie thront natürlich wieder auf einem Berg (200 müM!) und bei der Anfahrt sind wir bereits beeindruckt. Wir lassen die Bikes im Zentrum gut gesichert stehen und machen uns auf, die kleinen Gassen, Shops und Restaurants des historischen Zentrums zu erkunden. Obwohl es erst Mittag ist, sind viele Lokale geöffnet, und bei den meisten Cafés läuft auch Musik. Wir gönnen uns je ein Panino und sind rundum glücklich. Da die Stadt nicht sehr gross ist, sind wir auch schon bald rundum. Und weil das Wetter sich verschlechtert wollen wir uns nicht irgendwo hinsetzen, sondern fahren mit den Bikes zurück zum Stellplatz. Mittlerweile ist es ziemlich kalt geworden, weshalb wir unsere weiteren Aktivitäten wieder ins Innere des Womos verlegen. 

Am Freitagmorgen fahren wir weiter in Richtung Süden. Bei Brindisi machen wir einen kurzen Abstecher von der Autobahn und fahren zum Lidl. Erstaunlicherweise ist der Parkplatz völlig überfüllt - ich parke Gustine in der LKW-Anlieferung - und Brigitte erzählt dasselbe von drinnen: es ist der Wahnsinn, wie viele Leute in einen Lidl passen. Sie quält sich trotzdem durch, denn die nächsten paar Tage wollen wir uns wieder selber versorgen. Wir fahren also weiter bis zu einem Stellplatz vor Lecce, das Agritourismo Arangea, wo wir wieder auf Claudia und Klaus im Robel treffen. Sie haben in gut 2 Stunden mit der Besitzerin vereinbart, dass diese sie mit dem PKW in die Stadt bringt. Also nehmen wir die Gelegenheit auch war und lassen deshalb die bikes am Womo montiert. Lecce begeistert uns dann wirklich. Es ist Leben auf den Strassen, die vielen tollen Häuser erinnern an Palazzi, viele Restaurants sind offen, für die 5 grossen Kirchen müsste man leider Eintritt bezahlen. Das lassen wir dann bleiben. Aber wir schlendern kreuz und quer durch das historische Zentrum, trinken mal einen Cappuccino und essen etwas kleines, sehen uns einen tollen Park an, und plötzlich ist der Nachmittag vorbei. Deshalb lassen wir uns in einem kleinen Restaurant nieder und geniessen genial gute Pasta. Auch die Weinempfehlung ist sehr lecker. Dadurch verspäten wir uns leider ein paar Minuten, doch zum Glück warten die andern auf uns. Zurück im Womo geniessen wir noch einen Espresso und fallen zufrieden und satt in die Betten.

Am Samstag fahren sowohl Zanettis als auch auch die deutschen Reisefreunde bereits ganz nach Süden. Wir wollen noch einen Zwischenstopp in der Nähe vom Strand mit den "Due Sorelle" machen - zwei Felsformationen welche in der Nähe einer Klippe im Meer stehen. Der Parkplatz ist halb überschwemmt, aber es sieht noch gut aus. Wir spazieren darauf zu den Klippen und den "zwei Schwestern", doch kurz darauf beginnt es zu regnen. Wir schaffen es grad noch zurück ins Wohnmobil. Dann wird es immer schlimmer, und während zwei Stunden giesst es aus Eimern. Dann erscheint plötzlich wieder die Sonne und ein riesiger doppelter Regenbogen. Wir nutzen die Chance, um weiter zu fahren, denn es sieht auch in den nächsten Stunden weiter nach sehr viel Regen aus. Doch je weiter wir nach Süden kommen, desto heller wird es - was die Wolken und den Himmel anbelangt. Seltsamerweise wird es auf den Feldern immer "dunkler". Die grossen und alten Olivenbäume sind nicht mehr gepflegt und teilweise völlig überwachsen. Nur dazwischen gibt es einzelne Felder, welche unterhalten werden und deshalb auch schön grün sind. Aber der grösste Teil ist am Verwelken. Seltsam.

In Otranto wollen wir zuerst auf einen grossen Parkplatz fahren, welcher auch von anderen Reisenden zum Übernachten empfohlen wird. Dieser ist jedoch sehr gross, sehr einsam und gefällt uns gar nicht. Deshalb suchen wir den einzigen offiziellen Stellplatz, den Oasy Park, welcher zumindest bewacht ist. Von dort unternehmen wir dann einen längeren Spaziergang in das schöne Städtchen. Hier können wir uns auch sehr gut vorstellen, wie es im Sommer voll ist. Der Strand ist gut ausgebaut als Promenade und ein Restaurant folgt dem nächsten - aber die Mehrzahl ist natürlich geschlossen. Trotzdem ist Leben auf den Strassen und in den Gassen. Ein weiteres schönes Städtchen, bei welchem wir gerne mal im Sommer respektive in der Hochsaison "Mäuschen spielen würden".

Am Sonntag fahren wir weiter bis ganz hinunter: Santa Maria di Leuca ist unser Ziel. Hier gibt es einen offenen Camping etwa 4 km nördlich, welchen wir anfahren wollen. Von hier gibt es nämlich einen gratis Shuttlebus in die Stadt, welchen wir am nächsten Tag nehmen wollen. Wir haben nämlich in Lecce festgestellt, dass es ganz angenehm war, nicht mit den Bikes in die Stadt zu fahren. Man kann auch in Ruhe einen Apéro trinken und zum Essen nochmals etwas Wein, ... und vielleicht noch einen Limoncello ... oder so. 


27. Okt - 02. Nov - Golfo di Manfredonia

 

Der Montag ist relativ schnell erzählt: da wir beide immer noch etwas kränkeln nehmen wir es noch ruhiger. Also: liegen, liegen lassen, kurzer Strandspaziergang und etwas weiter ... das war es auch schon. Ausserdem gehen unsere Taschentücher langsam zur Neige ...

Am Dienstag wollen wir die Stadt Vieste besichtigen. Mit den Bikes ist diese in einer Viertelstunde zu erreichen und wir stellen die Fahrräder direkt bei der Poste Italiane ab - natürlich gut abgeschlossen und gesichert. Danach schlendern wir durch Alt-Vieste, welches sehr enge Gassen aufweist. Teilweise sind diese keine zwei Meter breit. Es ist spannend, wenn man mal in eine Wohnung schauen kann: meist sieht man direkt in einen grossen Raum, welcher Küche, Esszimmer, Wohnzimmer und natürlich Fernsehraum in einem ist. Vermutlich findet das Leben den ganzen Tag in diesem Raum statt. Auf der Sonnenseite sind viele Hotels und Ferienhäuser - aber natürlich alle geschlossen. Sobald wir jedoch im Zentrum ankommen, da lebt es: mehrere Cafés und Bars sind offen, auch ein Supermarkt und verschiedene Läden können besucht werden. Wir setzen uns bei einer Bar an die Sonne und geniessen einen Espresso Macchiato mit einem Brioche. So geht Leben.

Auf einem anderen Weg laufen wir dann zurück zu den Velos und fahren zurück in den Camping, wo wir direkt bei Freddy und Silvia vorbei gehen, die uns natürlich sofort zum Apéro einladen. Käse, Salami und einiges zum Knabbern wird aufgetischt und wir "verhocken" bei ihnen. Freddy und ich genehmigen uns ein Bier, dann muss ich bei uns noch ein zweites holen, und so geht es weiter. Alles in allem ein gemütlicher Abend mit der Familie Rath, welche zum ersten Mal länger unterwegs sind. Natürlich freuen sie sich über viele Tipps, welche wir ihnen von unseren Reisen gerne weitergeben. Wir schlafen dafür auch umso besser .... wir sind überzeugt: irgendwo und irgendwann sehen wir uns wieder ...

Am Mittwochmorgen nutzen wir beide noch einmal ausgiebig die Duschen, machen auch an Gustine einen kompletten Service (frisches Wasser auffüllen und Abwasser und Toilette leeren) und fahren dann der Küste entlang weiter. Doch vorher möchten wir noch ein weiteres Wahrzeichen von Vieste aus der Nähe sehen: den Pizzomunno Monolith. Das ist ein gut 25m hoher Monolith aus Kalkstein, welcher ganz alleine am Anfang des Südlichen Strandes von Vieste steht. Beeindruckend.

Aber danach geht es weiter der Küste entlang und teilweise auch wieder über die Hügel in Küstennähe. Kurz vor Mattinata fahren wir an einem Hafen vorbei, welcher am Anfang eines langen Steinstrandes ist. Hier sind ein paar Trattorias und anschliessend die Area Sosta Camper di Francesco. Als wir davor stehen bleiben, kommt der Besitzer Vincenzo gleich auf uns zu und winkt uns rein. "Siamo aperto, entrat!". heisst uns der freundliche ältere Herr (Jg. 1946!) willkommen auf seinem Stellplatz. Klein aber fein ist es hier, aber es ist alles vorhanden was man braucht. Und - als grosses Plus - er ist direkt am Strand. Wir parken Gustine zwischen Olivenbäumen und legen uns tatsächlich ein paar Stunden an den Strand. Auch ins Wasser trauen wir uns - es ist so ca. 20°C - also ziemlich angenehm. Am Abend kommt noch ein "Gmüesler mit tollem Angebot" und für den nächsten Tag bestellen wir bei Vincenzo Brot, frischen Ricotta und Mozzarella.

Den Donnerstag wollen wir am Strand verbringen, denn die nächsten Tage ist etwas schlechteres Wetter angesagt und wir fahren ein paar Pilgerstätten an. Gesagt - getan. Wir fangen den Tag mit einem Bad im Meer an, geniessen dann das frische Brot zum Frühstück und lassen es uns gut gehen. Sonne, lesen, etwas trinken, so schön ist das Leben.

Am Freitag fahren wir weiter, und zwar geht es den Berg hoch ins Landesinnere. Schon bald sind wir anscheinend zu hoch für die Oliven, und es sieht beinahe aus wie bei uns im Hochgebirge - obwohl wir nur wenige 100 Meter über Meer sind. Unsere erste Station ist in Monte Sant' Angelo. Das Dörfchen ist aber auf einem Hügel und die Fahrt da hinauf ist doch schon ziemlich abenteuerlich. Oben angekommen finden wir aber einen grossen Parkplatz, welcher zu dieser Zeit natürlich fast leer ist. Trotzdem wird er bewirtschaftet und wir bezahlen für die knapp 3 Stunden 10 Euro! Zuerst besichtigen wir die Burg. Diese ist zwar schön, aber wenig eindrücklich. Danach kommt die Gedenkstätte vom Erzengel Michael. Wir finden eine tolle Kirche, welche in den Fels gehauen ist und weitere schöne Gebetsräume. Eindrücklich, aber mehr auch nicht. Zumindest ist diese Besichtigung kostenlos. Der Spaziergang durch das Dorf ist für uns viel spannender, und wir kaufen bei einem kleinen Händler noch einiges ein. Zurück beim Womo machen wir uns auf den Weg - wieder den Berg hinunter. Die nächste Station wäre San Giovanni Rotondo, der Geburtsort von Pater Pio, welcher vor gut 100 Jahren gelebt und im Jahre 1999 vom Papst selig gesprochen wurde. Hier verzichten wir auf die Besichtigung der Gedenkstätten und fahren weiter auf einen anderen Hügel: nach Rignano. Hier gibt es einen tollen Aussichtspunkt mit einem Kreuz und einer Gleitschirm-Startpiste. Der Parkplatz ist zwar etwas verwarlost, aber wir stehen perfekt und verbringen hier auch eine ruhige Nacht.

Am Samstag ist ja Allerheiligen (1. November) und wir erwarten, das die doch sehr katholischen Italiener da völlig aus dem Häuschen sind. Aber weit gefehlt. Viele Geschäfte sind offen, und die Leute verhalten sich mehr oder weniger normal. Wir fahren nach Lucera und möchten da ein grosses Amphitheater besichtigen. Dieses ist leider geschlossen, weshalb wir nach einer halben Stunde Fussmarsch vor geschlossenen Türen stehen. Den Rückweg machen wir dann nicht mehr mitten durch die Stadt, sondern einer Hauptstrasse entlang, wo wir hoffen, dass wir eine Bar finden. Mittlerweile haben wir doch etwas Durst. Aber weit gefehlt: wenn man auf Reisen etwas sucht, dann kommt es nicht - wenn nicht, dann kommt eines nach dem anderen. Also zurück zu Gustine, wo wir uns zuerst mit Brot, Riccota und Tomaten verköstigen - und natürlich einen Cappuccino trinken.

Danach fahren wir weiter nach Troia, wo wir einen tollen Stellplatz finden: grosse Plätze, Strom, Trinkwasser, V/E - 2 Minuten vom Zentrum entfernt, und das alles kostenlos. Danke an die Gemeinde, so mögen wir das. Deshalb spazieren wir kurz danach durch das Dorf ... und genehmigen uns dafür hier einen Apéro. Prost!

Am Abend gehen wir in eine Nahe Pizzeria, welche uns nicht nur bei den Google Bewertungen des Stellplatzes aufgefallen ist, sondern auch der Kellner in der Bar hat uns die genannt: La Stalla del Nonno. Sie sind zwar ausgebucht, aber da wir früh dran sind und anscheinend mein Charme bei jungen Damen wirkt, bekommen wir einen Tisch. Die Pizzas sind dann auch wirklich lecker!

Am Sonntag fahren wir gemütlich wieder in Richtung Adriaküste. Wir wollen wieder ans Meer, denn das Wetter ist gerade super. Aber leider wird daraus nichts. Anscheinend sind die Plätze am Strand von Manfredonia bis Bari - manche sagen sogar noch weiter hinunter - alle von Clubs, Bars, Hotels oder Privaten verbaut. Wir finden zwar einen Parkplatz in Margherita di Savoia, aber der Zugang zum Meer ist sehr bescheiden. Deshalb beschliessen wir, nochmals 100 km weiter nach Süden zu fahren und finden in Polignano a Mare einen freien Stellplatz direkt am Meer. Dieser bietet zwar keinen Service, aber er ist für uns genau richtig.


20. - 26. Okt 2025 - Toscana - Nord-Apulien

 

Am Montag fahren wir in östlicher Richtung quer durch das Land. Es geht dabei an Siena vorbei, welches bekannt ist für die jährlich stattfindenden Pferderennen, bei welchen es regelmässig Tote gibt - Pferde und Menschen. Ziel ist heute der Lago di Trasimeno. Hier finden wir einen Stellplatz für Wohnmobile, welcher schon seit vielen Jahren von der Gemeinde gratis zur Verfügung gestellt wird - vielen Dank dafür. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang am Strand entlang und zurück durch das kleine Dorf.

Am nächsten Tag geht es weiter über Perugia in Richtung Adria, auf welche wir südlich von Ancona treffen. Dann geht es dem Strand entlang. Etwa 36 km südlich von Pescara möchten wir einen Stellplatz am Strand anfahren, aber der ist leider geschlossen und dem Aussehen nach schon länger nicht mehr genutzt. Auch der Campingplatz ganz in der Nähe ist bereits zu. Also stellen wir uns neben zwei alte Camper mit Fischern auf einem Parkplatz am Strand. Sie meinen: sie bleiben bis Ende Jahr hier - es sei also ok um zu übernachten. Gesagt - getan.

Am Mittwoch fahren wir weiter dem Meer entlang. Es geht teilweise durch fruchtbares Ackerland, welches grad frisch gepflügt wurde. Andere Flächen sind noch voll von Kohl oder Rüebli. Weiter sehen wir viele Olivenhaine. Auf den meisten wird aktuell geschüttelt und am Boden zusammengelesen. Wir sind also mitten in der Olivenernte, was uns etwas erstaunt: in Sizilien sagte man uns, dass diese erst ein paar Wochen später stattfindet. Vielleicht war der Sommer in diesem Jahr in Italien ideal für die Oliven ... Am Nachmittag treffen wir im kleinen Dorf Lesina ein. Das ist eher ein Dorf mit Einheimischen, denn die Häuser sind voller Leben - zumindest sehen sie so aus. Am Nachmittag ist zwar auch hier Siesta, aber am Abend sind die Leute auf der Strasse. Wir parken auf einem Camperstop bei Thomaso, welcher gut Deutsch spricht. Da wir die einzigen sind, können wir uns hinstellen wo wir wollen. Wir haben auch die einzige Dusche für uns und geniessen es beide - auch wenn der Boiler nur ca. 5 Liter hat. Nach wenigen Minuten ist das Wasser wieder heiss. Gegen Abend fühlt sich dann Brigitte nicht mehr so wohl. Ein trockener Husten und Schnupfen plagen sie. Wir wollten eigentlich am nächsten Tag eine Fahrradtour rund um den Lago di Lesina unternehmen. Mal sehen ob daraus etwas wird.

Am Donnerstag fühlt sie sich dann aber effektiv nicht so toll. Eine Art Grippe, aber ohne Fieber hat sie heimgeholt und aus dem Fahrradausflug wird vorderhand nichts. Wir bleiben deshalb primär im Womo und sie ruht sich etwas aus. Am Nachmittag machen wir noch einen Spaziergang dem See entlang, aber auf das Essen bei Thomaso verzichten wir. Im Dorf kaufen wir noch Vicks Medinight und hoffen, dass sie damit besser schlafen kann - und ich auch.

Am Freitag geht es ihr am Vormittag etwas besser und wir fahren weiter. Wir möchten irgendwo an den Strand. Es geht zuerst auf der Schnellstrasse Richtung Südosten um den Lago di Lesina, dann zwischen den beiden Seen wieder an den Strand wo wir den Torre di Mileto besichtigen. Leider wird er renoviert, aber von aussen sieht er doch schön neu aus. Anschliessend fahren wir ein kurzes Stück den Berg hoch und suchen die Grotta del Angelo. Dazu müssen wir in der Tat von der Strasse noch ca. 80m den Berg hochkraxeln. Dabei scheuchen wir auch noch eine Schlange auf - aber die hat vermutlich mehr Angst vor uns als wir vor ihr und verschwindet deshalb sofort. Die Grotta finden wir problemlos, und der Eingang ist grösser als ein Garagentor. Nach ein paar Metern folgt ein offenes Stahltor, und dann wird es immer enger. nach ca. 30 m ist es denn auch dunkel und die mitgebrachte Taschenlampe tut ihren Dienst. Brigitte traut sich nicht mehr weiter, und nach einer nächsten Kurve wird es dann auch mir zu eng. Eindrücklich, aber Höhlenforscher werden wir nicht mehr. Zurück bei Gustine fahren wir weiter an den Stellplatz Isola Bella, von welchem wir wissen, dass er das ganze Jahr geöffnet hat. Es ist denn auch nur ein weiteres Womo auf dem Platz und ein ältere Herr empfängt uns. Er wohnt in einem der kleinen Häuschen und hält vermutlich nur die Stellung. Kurz nach 17.00 Uhr kommt dann eine Dame und öffnet die Rezeption, damit wir uns anmelden können. Wir bezahlen direkt für eine Nacht, damit wir am nächsten Morgen jederzeit abreisen können. Den Nachmittag verbringen wir mit Ausruhen und Lesen. Das Leben als Reisender ist auch gar hart ...!

Am Samstagvormittag fahren wir dann zeitig weiter; wir wollen nach Peschici. Dieser Ort soll einen grossen Strand haben und auch der Ort auf einem Hügel muss sehr schön sein. Die Fahrt geht wieder meist dem Strand entlang und wir sehen viele geschlossene Bars und Ferienhäuser, an denen alle Läden unten sind. Es ist wirklich nichts los hier zu dieser Zeit. Aber das wussten wir ja.

Bei der Durchfahrt durch die Dörfer wird es teilweise recht eng. Die Einheimischen parken natürlich direkt vor der Türe zur Cafeteria oder vom Bäcker und kümmern sich nicht darum, dass die Strasse immer enger wird. Wenn dann der Bus entgegen kommt und wir wollen mit dem Womo durch, dann kann es halt schon mal eng werden. Aber Gustine meistert das alles problemlos. Den Stellplatz Marina Piccola finden wir auf Anhieb. Susanne Erb hat uns den empfohlen, er sei zwar geschlossen, aber das Tor ist offen und die Besitzer kommen täglich vorbei. Also stellen wir uns mitten auf den Platz, schliessen den Strom an und gehen spazieren. Dem Strand entlang kommen wir bald ins Dorf. Am Hang stehen lauter Hotels und Ferienwohnungen, welche auch geschlossen sind. Aber im Zentrum, d.h. auf dem Hügel, da läuft etwas: mehrere Cafés sind offen, der kleine Supermarkt hat geöffnet und die Einheimischen sind unterwegs. Sehr schön! In einem Café geniessen wir einen Espresso Macchiato und ein Eis und spazieren dann wieder zurück auf den Stellplatz.

Die Nacht ist dann wirklich schön ruhig - aber das ist auch nicht schwer: wir sind nur 3 Wohnmobile und alles rundherum ist geschlossen. Im Laufe des Abends kommt der Besitzer kurz vorbei und wir können direkt bezahlen: €15.- inkl. Strom ist wirklich nicht viel und wir sind zufrieden.

Wir verlassen am Sonntag den Platz und fahren weiter über die Berge, durch Wälder und an Feldern vorbei. Die Strassen sind frei und man merkt gut, dass hier bereits Nachsaison ist. Es sind eigentlich nur Bauern unterwegs, welche meist zu den Olivenhainen fahren um diese zu ernten. Ausserdem müssten wir nach zwei Wochen mal waschen, weshalb wir einen Camping anfahren, welcher noch bis Anfang November offen hat: das Camping Village Molinella Vacanze in Molinella. Auch Silvia und Freddy sind hier, aber wir parken nicht in ihrer Nähe, weil es da zu viel Schatten hat. Wir stellen uns in die zweite Reihe, gleich neben den Duschen und anderen Annehmlichkeiten. Hier wollen wir 3 Nächte bleiben und da die Sonne richtig scheint wird sofort gewaschen. Im Laufe des Nachmittags trocknet auch fast alles auf unserer Wäschespinne. So, wir sind bereit für die nächsten 2 Wochen Reisen ;-)


14. - 19. Okt 2025 - Schweiz - Toscana

 

Brigitte reist dieses Mal bereits am Montag mit dem Zug nach Luzern, um sich am Nachmittag mit unserer Enkelin zu vergnügen.

Ich selber komme am Dienstag mit Gustine nach und wir holen unsere "Bohne" in der Kita ab. Es gibt von Seiten der Kita-Betreuerinen keine Frage, ob wir die richtigen Grosseltern sind: sobald Rosa uns sieht lacht sie und streckt uns die Arme entgegen: Freude herrscht. Wir geniessen noch zwei Stunden mit ihr alleine. Am Abend werden wir von unserem Sohn bekocht, was wir natürlich auch geniessen.

Am Mittwoch haben wir Grosseltern-Tag. Das heisst, wir fahren kurz nach dem Frühstück im Womo mit dem ÖV zu unseren "Kindern" und "übernehmen" Rosa, damit unsere Schwiegertochter einen Tag für sich verbringen kann. Auch sie geniesst das jeweils, denn es gibt gewisse Termine, welche sie lieber alleine wahrnimmt.

Wir kümmern uns an diesem Tag um unsere Enkelin und dürfen sie natürlich nach Strich und Faden verwöhnen. Sie dankt uns das jeweils mit viel Liebe und Knuddeleinheiten.

Am Donnerstag fahren wir dann los über den Gotthard in die Poebene und weiter Richtung Toscana. Wir wollen die erste Nacht in Italien in Ovada verbringen, wo wir bereits mehrere Male übernachtet haben. Leider ist dieser Platz mittlerweile zu einem richtigen Treffpunkt für die Jugend "verkommen", inkl. Burgermobil und vielen lauten Kleinmotorrädern. Aber wir lassen uns den Spass nicht nehmen - irgendwann müssen die alle auch nach Hause und wir können bestimmt ruhig schlafen.

Am nächsten Tag fahren wir mit grösserem Umweg in die Gegend von Bibbona, mitten in der Toscana. Dort treffen wir Stan und Moni und werden gleich zu einem typisch schweizerischen Abendessen eingeladen: Raclette und (!) Fondue - chli stingge mues es. Deshalb geniessen wir es auch draussen - und das Mitte Oktober!

Am Samstag machen wir gemeinsam einen grösseren Spaziergang ins Nachbardorf. Es heisst Bolgheri und ist bekannt für gute und vor allem (sehr) teure Weine: Ornelaia, Sassicaia, etc. Nichts für uns äPoE (ältere Personen ohne Einkommen). Aber wir geniessen in einem kleinen Gasthof je ein Glas Wein mit Foccacia und Olivenöl. Die Hausherrin meint, ihr Wein schmecke viiiiel besser als die grossen Weine, bei welchen man nur den Namen bezahlt. Die wachsen ja alle auf demselben Boden ... er schmeckt uns auf alle Fälle sehr und eine halbe Stunde später nehmen wir bei ihr sogar noch eine zweite Runde. Sie tischt dann noch weitere Foccaciabrötchen, diesmal noch mit Schinken und Käse darin auf - und wir geniessen weiter. Am Abend genügt uns dann noch eine kalte Platte, welche wir wieder draussen einnehmen - und natürlich noch ein paar Bier, eine Flasche Wein ....

Am Sonntag verlassen uns dann Stan und Moni und fahren wieder Richtung Norden. Es war schön mit euch, und wir freuen uns auf ein Wiedersehen - irgendwo, irgendwann. Wir machen am Nachmittag noch einen Ausflug an den Strand von Bibbona und geniessen - was wohl - noch einen Apéro in der Strandbar. Man sollte sich ja ein gewisses Level erhalten ...